D-AIR² – Digital & AI Risk and Readiness Index

Digitale Transformation verantwortungsvoll, menschenzentriert und evidenzbasiert gestalten

Die Einführung digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz verändert Arbeitsprozesse, Entscheidungslogiken und Rollenprofile grundlegend. Neben Effizienzpotenzialen entstehen neue Anforderungen, Unsicherheiten und Governance-Fragen.

D-AIR² (Digital & AI Risk and Readiness Index) ist ein wissenschaftlich fundierter und praxisorientierter Index, der Organisationen dabei unterstützt, ihre digitale und KI-bezogene Zukunftsfähigkeit systematisch zu bewerten – mit besonderem Fokus auf psychosoziale Risiken, organisationale Voraussetzungen und verantwortungsvolle Steuerung.


Zielsetzung von D-AIR²

D-AIR² verfolgt drei zentrale Ziele:

  1. Risiken sichtbar machen
    Identifikation psychosozialer Belastungen, technostressbezogener Faktoren und wahrgenommener Kontrollverluste im Kontext digitaler Arbeit.
  2. Readiness systematisch erfassen
    Bewertung von Kompetenzen, Akzeptanz, Governance-Strukturen und organisationalem Klima im Umgang mit KI.
  3. Handlungsfähigkeit stärken
    Ableitung konkreter, evidenzbasierter Maßnahmen – von Governance-Anpassungen über Qualifizierungsprogramme bis hin zu kulturellen Entwicklungsinitiativen.

D-AIR² versteht digitale Transformation nicht primär als Technologieprojekt, sondern als Organisations- und Kulturprojekt mit klarer Governance-Verantwortung.


Die fünf Dimensionen des D-AIR²

Das Modell basiert auf fünf empirisch operationalisierten Dimensionen, die sowohl Risiko- als auch Ressourcenperspektiven abbilden:

1. AI-Demands & Strain

Erfasst technostressbezogene Belastungen wie kognitive Überforderung, Systeminstabilität, Kontrollverlust oder Substitutionsängste.

2. Control & Competence with AI

Misst Selbstwirksamkeit, Kompetenzentwicklung, Locus of Control und Qualifikationsniveau im Umgang mit KI-Systemen.

3. Governance & Human-in-the-Loop

Bewertet Transparenz, Fairness, Verantwortungszuweisung, menschliche Kontrollinstanzen sowie Vertrauen in den ethischen Einsatz von KI.

4. Psychological Safety & Climate for AI

Erfasst Fehlerkultur, Offenheit, Diskursfähigkeit und Unterstützungsstrukturen im Umgang mit digitalen Veränderungen.

5. AI Attitudes & Utilization

Basiert u. a. auf dem Technology Acceptance Model (TAM) und misst Nutzenwahrnehmung, Benutzerfreundlichkeit, Nutzungsintention und tatsächliche Anwendung.

Gemeinsam ermöglichen diese Dimensionen eine differenzierte Bewertung der digitalen Reife aus psychosozialer und governance-orientierter Perspektive.


Integration mit der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen

D-AIR² ist bewusst so konzipiert, dass er sich in bestehende Formate – insbesondere die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (GBpsych) – integrieren lässt.

Die Kombination bietet entscheidende Vorteile:

  • Spezifizierung digitaler Belastungstreiber innerhalb bestehender Belastungsdimensionen
  • Möglichkeit einer Treiberanalyse (z. B. PLS-SEM-basiert), um Ursache-Folgen-Zusammenhänge zwischen digitalen Faktoren und Beanspruchung sichtbar zu machen
  • Vermeidung redundanter Befragungen
  • Höhere Akzeptanz bei HR, Arbeitsschutz und Betriebsrat
  • Methodische Anschlussfähigkeit an bestehende Berichts- und Maßnahmenlogiken

So entsteht aus einer isolierten Digitalbefragung ein integriertes Steuerungsinstrument für Gesundheit, Governance und Performance.


Anwendungsformate

D-AIR² ist modular aufgebaut und kann je nach Organisationsgröße und Zielsetzung in unterschiedlichen Formaten eingesetzt werden:

  • Digital & AI Readiness Check
  • Integration in GBpsych / Gefährdungsbarometer
  • Benchmarking (Standorte, Bereiche, Führungsebenen)
  • Management-Reports mit Treiberanalyse
  • Governance-Reviews (Human-in-the-Loop, Transparenz, Fairness)
  • Ableitung maßgeschneiderter Entwicklungs- und Qualifizierungsmaßnahmen

Wissenschaftlicher Hintergrund

Der D-AIR² wurde im Dialog mit Praxispartnern entwickelt.

Das Instrument basiert auf etablierten Theorien, darunter:

  • Job Demands–Resources Model
  • Technology Acceptance Model (TAM)
  • Konzepte der Psychologischen Sicherheit
  • Governance- und Human-in-the-Loop-Ansätze
  • Forschung zu Technostress und Substitutionsangst


Warum D-AIR²?

Digitale Transformation ist dann nachhaltig erfolgreich, wenn sie:

  • wirtschaftlich wirksam
  • rechtlich und ethisch abgesichert
  • psychologisch tragfähig
  • kulturell eingebettet

ist.

D-AIR² liefert hierfür die datenbasierte Entscheidungsgrundlage.


Kontakt

Wenn Sie mehr über D-AIR² erfahren oder das Instrument in Ihrer Organisation einsetzen möchten, kontaktieren Sie gerne:

Prof. Dr. Alexander Tirpitz
EO Institut
Ernst-Thälmann-Str. 3b
16321 Bernau bei Berlin
kontakt@d-air2.org